Designlabor Handwerk 2022

Nicht labern, sondern machen?
Was uns daran hindert, bestimmte Dinge nicht zu tun.

Montag bis Freitag, 16.–20. Mai 2022

  
Der unter Handwerker:innen populäre Spruch „Nicht labern. Machen!“ fordert, dass man über das Theoretisieren hinaus den Brückenschlag ins praktische Handeln nicht aus dem Auge verlieren sollte. Er bringt damit die Kritik am Zerreden von Problemen oder Dringlichkeiten, am Zaudern und vielleicht auch am verbalen Luftschlösserbau zum Ausdruck und sieht darin eine Blockade für die Praxis und das Anpacken.

Die doppelte Verneinung im Untertitel wirft – unter dem Verdacht der Umständlichkeit – direkt Fragen auf: Könnte es nicht auch heißen: „Was uns dazu bringt, bestimmte Dinge zu tun“? – Ja, aber vor allem nein! Denn es soll im Designlabor Handwerk 2022 nicht nur darum gehen, was wir tun, sondern auch darum, was wir nicht tun. Deswegen also: Was uns daran hindert, bestimmte Dinge nicht zu tun. –
Warum gehen wir immer in dieselben Fallen? Und das auch noch ohne es zu merken! Warum verändern wir so wenig? Und das selbst bei Dingen, mit denen wir weder zufrieden sein können noch sind?

Tücken liegen im Detail, im Kleinen und dadurch auch im Großen. Das Thema wirft Fragen auf, denen wir im diesjährigen Designlabor Handwerk forschend und praktizierend nachgehen wollen.
 

Von der Designwoche zum Designlabor 

2012 haben wir das Format der Designwoche Handwerk Münster kreiert und bis 2019 beibehalten. 2020 haben wir das Format leicht verändert und neu benannt als Designlabor Handwerk.

Das Designlabor Handwerk versteht sich als Plattform zur theoretischen, experimentellen und praktischen Auseinandersetzung von Lehrenden und Studierenden mit aktuellen designrelevanten Fragestellungen. Dazu bieten Dozent:innen der Akademie vier- bis fünftägige Workshops zu einem gemeinsamen Leitthema an. Diese Workshops sind klassen- und jahrgangsübergreifend organisiert und werden an einem Abend durch ein öffentliches Designgespräch mit Vorträgen von Absolvent:innen der Akademie ergänzt. Die Präsentation der Workshops am Abschlusstag kann ebenso wie das Designgespräch von jedem und jeder Interessierten besucht werden.   
  

Veranstaltungsort 

Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer Münster
HBZ | Haus Kump | Gebäude H
Mecklenbecker Str. 252
48163 Münster

> Hinweise zur Anfahrt    
  

Kontakt  

inhaltlich:
Manfred Heilemann, Leiter
E-Mail: manfred.heilemann@hwk-muenster.de
Tel. 0251-705 1463

für Anmeldung per E-Mail zu den öffentlichen Veranstaltungen:
Gabi Beerhorst, Sachbearbeiterin  
E-Mail: sekretariat.gestaltung(at)hwk-muenster.de
Tel. 0251-705 1452 

 

  
PROGRAMM

Di, 17. Mai, 18–20 Uhr

Designgespräch mit Kurzvorträgen 

Absolvent:innen der Akademie stellen sich und ihre Arbeit vor. Öffentliche Veranstaltung, um Anmeldung per E-Mail wird gebeten.

  1. Louisa Reinker, Tischlerin, Designerin (HWK)
    Planerin bei Strotmann Innenausbau GmbH, Design, Raum, Handwerk in Hörstel-Dreierwalde
    www.strotmann-innenausbau.de
  2. Max Lötzer, Tischler, Designer (HWK) 
    Planer bei Form-exclusiv Design Wiemann GmbH & Co. KG, Manufaktur in Havixbeck
    www.form-exclusiv.de 

  
Fr, 20. Mai, 9:30–12 Uhr

Präsentation der Workshop-Ergebnisse

Die Ergebnisse der Workshops werden im Saal, im Hof, im Garten und in einzelnen Räumen vorgestellt. Öffentliche Veranstaltung, um Anmeldung per E-Mail wird gebeten.

Mo–Fr, 16.–20. Mai

Workshops  

Vier parallele Workshops mit den Studierenden der Akademie. – Die Arbeit in diesen Workshops ist nicht-öffentlich, bis auf deren Präsentation am Freitagvormittag.

Die Themen und Dozent:innen:

  1. „Es wird einmal gewesen sein ...“
    Oder: Gestalten wir unser Leben mit den richtigen Geschichten?

    Wir untersuchen die Frage, in welche Richtungen Framing und Narrative unsere Wahrnehmung sowie unser Denken und damit auch unser gestaltendes Handeln lenken und suchen nach möglichen Antworten mit Strategien des spekulativen Designs.  
    Thorsten Stapel und Cornelia Hahn 
  2. Das Faultier – Rudeltier oder Einsamer Wolf?
    Prokrastination in der Gruppe und intrinsische Motivation des Einzelnen.

    Wie sich soziale Konstellationen auf unsere Motivation und die Ergebnisse kreativer Prozesse auswirken. Ein (fast) wissenschaftlicher Versuchsansatz.
    Gesa Dietrich und Bastian Greim
  3. Die Schweinehundüberwindungsmaschine. 
    Gewohnheiten und Rituale überprüfen, einen Plan schmieden. Ein Ding des Anstoßes, ein Ritual, eine Motivationshilfe, eine unmögliche Maschine zu gestalten wäre das Ziel, die Lösung?!
    Jan Eisermann
  4. Appetit auf weniger – mit viel Gusto, Ästhetik und Verantwortung.
    Oder was kann der Gestalter vom Koch lernen und umgekehrt. Wir bereiten Essen mit regionalen und saisonalen Zutaten zu, die zum Teil in der Natur gesammelt werden können.
    Rolf Bürger