Sicher kann unsere Internetpräsentation nicht in allen Punkten erschöpfend sein. Für Weiteres rufen Sie uns an oder folgen den häufig gestellten Fragen und Antworten.
Früher habt ihr nur ein sogenanntes Werkstudium angeboten, heute gibt es mehrere Fortbildungs-Studiengänge; was heißt ‚Studieren’ bei euch?
Beim Studieren geht es um die Aneignung von Wissen, Methoden und Techniken – und um Kreativität! Viele Auszubildende und Gesellen möchten gestalterisch und engagiert im Handwerk arbeiten. In der Ausbildung ist das häufig nur eingeschränkt möglich, in der Studierform bei uns lernt man dies. Und es ist integrierbar in betriebliche Abläufe.
In unseren Klassen sind unterschiedliche Gewerke vertreten. Das Lernen voneinander und miteinander ist sehr wichtig. Unsere Studiengänge sind vom Ansatz her – so wie sie organisiert, praktiziert und gelebt werden – keine traditionellen beruflichen Lehrgänge, sondern eben Studiengänge: Engagiertes und selbständiges, zum Teil auch experimentelles Lernen und Erproben ist verlangt, Interesse daran, sich gestalterisches Wissen und gestalterische Fertigkeiten im Studienprozess mit anderen anzueignen und selbst auszubilden. Kein Nachkauen vorgefertigter Unterrichtseinheiten, sondern individuelle Neuorientierung im Bereich der Gestaltung für die eigenen beruflichen Herausforderungen.
Nehmen nur Handwerker an euren Studiengängen teil?
Generell ja, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Handwerkliche Arbeitserfahrung und entsprechendes Geschick sind nachzuweisen, wenn keine direkte handwerkliche Ausbildung absolviert wurde.
Gibt es bei euch einen Unterschied zwischen Fortbildung, Weiterbildung, Studiengang ...?
Unsere beruflichen Fortbildungen sind Weiterbildungen mit staatlich anerkannten Abschlussprüfungen und einem entsprechenden Titel. Studiengang bezeichnet die Form der Durchführung (siehe oben).
Einiges sieht mir sehr ‚künstlerisch’ aus, was ihr macht. Ist der Eindruck richtig?
Mit der Kunst sehen wir es so: Kunst ist das, was in Kunstkontexten als Kunst wahrgenommen wird. Wenn mit ‚künstlerisch’ etwas Wertendes gegen Kunst oder gegen unsere Arbeit gemeint ist – z.B. Dinge, die ‚sinnlos’, ‚realitätsfern’ und entsprechend ‚versponnen’ seien – dann ist dies nicht unsere Auffassung. Soweit zum begrifflichen Selbstverständnis.
Wir und unsere Studierenden arbeiten in der Regel nicht innerhalb der bildenden oder zeitgenössischen Kunst. Deswegen ist der in der Frage formulierte Eindruck eher nicht richtig. Dennoch sind künstlerische Herangehensweisen in unserem Studium wichtig. Kunst und Gestaltung gehen zum Teil Hand in Hand. Wir arbeiten sehr aktiv daran, Verständnis für gestalterische und künstlerische Disziplinen in der Nachbarschaft und am Rande des Handwerks – in Architektur, Kunst, Design, Kunsthandwerk – zu fördern. Dafür muss man sich mit ihnen auseinander setzen und sollte sich theoretisch und praktisch in sie hineinbegeben.
Kommt es häufiger vor, dass die Leute meinen, es sei ‚zu hoch’, was ihr von ihnen verlangt?
... das wissen wir nicht genau. Wir erwarten jedenfalls von unseren Studierenden ein großes Engagement. Denn: Ohne Arbeit keine Kreativität und ohne Kreativität kein Spaß!
Sind die Teilnehmer gestalterisch besonders begabt, die ihr aufnehmt?
.... nun ja, Begabung ist nichts, was in die Wiege gelegt wird – zumindest lohnt es sich, diesen Mythos einmal gelassen beiseite zu legen, wenn jemand Interesse hat, sich gestalterisch weiter zu bilden. Gerade Interessenten, die meinen, dass sie eigentlich schon eine ganze Menge können in Sachen Gestaltung, haben häufig Probleme, sich auf die notwendigen Lernprozesse einzulassen. – Was Sie brauchen, ist ein nachhaltiges Interesse daran, gestalterische Erfahrungen zu machen und sich gestalterischen Lernprozessen auszusetzen.
Muss ich zeichnen – und reden und schreiben – können, wenn ich zu euch komme?
Nein, können nicht, aber tun müssen Sie’s! Also sich darauf einlassen, mit Stiften in der Hand Dinge zeichnerisch darzustellen und damit durch das Zeichnen Dinge besser zu sehen. Mit dem Reden über Dinge und dem Schreiben und Beschreiben ist es ähnlich. Anfangen und weitermachen ist die Forderung. Dann werden Sie es auch lernen!
Was ist euer Studium im Vergleich zu einem Designstudium an einer Fachhochschule oder anderen Hochschule?
a) Unser Studium ist primär auf handwerkliche bzw. klein- und mittelständische Betriebe ausgerichtet im Unterschied zu industriellen Serien- oder Großfertigungen. Deswegen sind – im Vergleich zu einem Studium z.B. des Industriedesigns – die zum Teil gleichen Fächer oder Module bei uns auch anders zugeschnitten. Darüber hinaus werden bei uns wissenschaftliche Aspekte stets anwendungsorientiert gelehrt: um differenzierter sprechen und handeln zu können.
b) Wir haben keinen Hochschulstatus, sind also keine Universität oder Fachhochschule, sondern ein berufliches Bildungszentrum. Unsere Abschlüsse sind staatlich anerkannt und geschützt. Die Prüfungen finden vor der Handwerkskammer Münster statt.
c) Derzeit gibt es noch keine formal geregelten Äquivalenzen zwischen hochschulischen und berufsbildenden Abschlüssen, Studienleistungen und Kompetenzen. Übergänge von unseren zu Hochschulstudiengängen im In- und Ausland sind dennoch bereits erprobt (siehe hierzu das English abstract). Anerkennungen von Leistungen sind bei entsprechendem Kompetenznachweis (Bewerbungen, Mappenprüfungen, Aufnahme- und Einstufungstests) möglich und im Einzelfall auch sehr erfolgreich.
Wie sieht es in diesem Zusammenhang mit Modularisierung und credit points aus?
Es werden seit Jahren Systeme der Modularisierung und der hochschulischen und berufsbildenden credit points nach ECTS und ECVET ausentwickelt. Diese werden für die Lernenden mittelfristig als Instrumente oder ‚Währungen’ für Übertragungen und Anerkennungen zwischenn den europäischen Bildungseinrichtungen dienen. Derzeit sind sie noch nicht ganz ausgereift und anerkannt, weder auf prinzipiell kurzen Wegen zwischen Bildungseinrichtungen in Deutschland noch zwischen europäischen Ländern. Dennoch sehen wir hierin mittel- oder längerfristig Chancen, an deren Nutzung wir mitarbeiten.
Derzeit gibt es noch keine bildungspolitische Einordung unserer Studienabschlüsse in einem nationalen Qualifikationsrahmen (NQR bzw. NQF) oder im europäischen Qualifikationsrahmen (EQR bzw. EQF). Hier sind wir mehr oder weniger neben den hochschulischen Abschlüssen (Bachelor/Master oder Diplom) einzuordnen.
Wie ist die bildungspolitische Einordnung der gestalterischen Studiengänge und Abschlüsse – und wie wird zwischen Design und Gestaltung unterschieden?
Innerhalb der handwerklich orientierten Gestaltungsfortbildungen bzw. -studiengänge entspricht die Bezeichnung des Fortbildungstitels „Projektgestalter” der des Titels „Handwerksdesigner”, wie er andernorts zum Teil gebraucht wird, z.B. an der Akademie für Handwerksdesign in Aachen. Ebenso entspricht die Bezeichnung „gestaltendes Handwerk” der Bezeichnung „Handwerksdesign” und der Titel „Meistergestalter” dem Titel „Meisterdesigner”.
Ob von „Gestaltung im Handwerk” gesprochen wird oder von „Design im Handwerk”, halten wir nur bedingt für wichtig. Dass wir begrifflich „Gestaltung” statt „Design” sagen, hat einen traditionellen Hintergrund. Vielerorts wird Design als industrielles Design verstanden, zumal die Disziplin des Designs mit der fortschreitenden Industrialisierung entstanden ist. Da aber auch vorher bereits ‚designed’ wurde, nutzen wir die Möglichkeit der deutschen Sprache, hier zu unterscheiden und den ganzheitlicheren Begriff der Gestaltung zu pflegen. – Ausnahmen dieser Begriffswahl gibt es auch bei uns, denn wir sprechen bewusst vom „Designstudium für Handwerker”. Diese Bezeichnung drückt zwei Dinge deutlich aus: Voraussetzung, um die Fortbildungs-Studiengänge zu besuchen, ist eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung. Und was wir anbieten entspricht weitgehend den Angeboten eines Fachbereichs Design oder Gestaltung an Fachhochschulen oder anderen Hochschulen. Nur sind unsere Fortbildungsstudiengänge besonders auf handwerkliche Betriebszusammenhänge oder die kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU oder englisch: SME, small and medium-sized enterprises) ausgerichtet. Ausdrückliches Industriedesign machen wir also nicht (s.o.).
Was kann ich mit dem Studium hinterher anfangen?
Sie können